Neue Spielgeräte und ein besonderes ökologisches Projekt - Spielplatz am Hans-Grade-Ring

Die Kinder des Kinderheimes „Heimatstern“ und des neuen Schulzentrums am Stern haben während einer Befragung ihre Vorstellungen zu den zukünftigen Spielgeräten zusammengetragen.  In verschiedenen Workshops konnten sie dann kleine Modelle aus Eichenholz bauen. Unter fachkundiger Anleitung werkelten die Mädchen und Jungs mit Stechbeitel, Klopfholz und Fuchsschwanz. Es wurde geschraubt, genagelt und geleimt. Die entstandenen Modelle dienen jetzt als Vorlage für die zukünftigen Spielelemente, die durch den Künst­ler Andreas Dorfstecher gefertigt werden.

Bevor es mit der Umgestaltung des Spielplatzes losgehen kann, sind weitere vorbereitende Arbeiten notwendig. Bereits im Sommer 2019 wurde der Baumbestand auf dem Gelände durch einen Sachverständigen begutachtet. Jeder einzelne Baum wurde auf seine Standsicherheit und seinen Gesundheitszustand geprüft. Dabei hat sich herausgestellt, dass für insgesamt 18 Bäume eine Fällung notwendig ist. Alle anderen Bäume erhalten durch Baumpfleger eine Kronenpflege und dort wo es notwendig ist, werden die Bäume mit einer Kronensicherungen versehen. Die Baumfällungen werden bis Ende Februar 2020 abgeschlossen sein. Im Herbst werden neue Bäume gepflanzt, die den notwendigen Schatten spenden sollen.

Der Spielplatz wird in diesem Jahr umgestaltet. Die Planung des Landschaftsarchitektur­büros „atelier8“ sieht eine langgezogene „Ak­tivachse“ vor. An dieser Achse befinden sich Spielbereiche für Kin­der und Jugendliche verschiedenen Alters. So sind zwei große, nebeneinander stehen­de Schaukeln geplant. Ein Kletterparcours, eine Sandkiste für die Kleinsten mit einem „Backtisch“ sowie eine Nestschaukel ver­vollständigen das Spielangebot. Einen be­sonderen Platz bekommt ein „Geburtstags­tisch“, an dem bis zu zehn Personen sitzen können.

Der Künstler Andreas Dorfstecher baut ei­nen großen Teil der Spielgeräte, so dass sie optisch zueinander passen. Ein neu angeleg­ter Rundweg kann sowohl zum Joggen als auch zum Spazierengehen genutzt wer­den. Der Rodelhügel bleibt erhalten und bekommt einen „Thron“, der ihn spannender zum Spielen macht. Die Zugänge zu dem Spielplatz werden neugestaltet. Die Einweihung soll im Sommer 2020 erfolgen, zu der wir Sie rechtzeitig einladen.  

Das Spielplatz-Projekt wird auch weiterhin durch die Schülerinnen und Schüler des angrenzenden Schulzentrums „Am Stern“ begleitet. Sie engagieren sich mit einem besonderen ökologischen Projekt, das beispielhaft für den Umgang mit innerstädtischen Grünflächen und deren Pflege steht. In enger Zusammenarbeit mit den Baumpflegern werden die Schülerinnen und Schüler aus dem anfallenden Schnittmaterial von Fällungen und Baumpflege Benjeshecken zu bauen. Im Vorfeld haben sie sich neben dem Bau auch mit der Fauna solcher Naturhecken beschäftigt. Besonders den Bodenbrütern soll durch den Bau der Hecken ein neuer Lebensraum zur Verfügung gestellt werden.

Vorgesehen ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Recherchen auf Infotafeln festhalten. Nach der Fertigstellung kann man sich zu den Themen Benjeshecke bzw. Flora und Fauna informieren.  Zeichnungen der Schülerinnen und Schüler werden diese Tafeln veranschaulichen.

Benjeshecke

Die Benjeshecke geht auf eine lange Geschichte der Landwirtschaft zurück: früher lagerten Bauern ihr Schnittgut als Markierung zwischen Weide- und Ackerland ab, dort sackte es zusammen und entwickelte sich nach und nach zu einer Totholz- oder Reisighecke. Die leidenschaftlichen Landschaftsgärtner und Brüder Hermann und Heinrich Benjes gaben der Hecke in den 1980er Jahren ihren wohlklingenderen Namen.

Beim Bau werden größere Pflöcke in den Boden geschlagen, deren Abstand untereinander nach Schnittgutlänge variieren kann. Zwischen den Pflöcken werden dann Zweige und Äste eingeschichtet.  Es ergibt sich dadurch ein neuer und geschützter Lebensraum für Insekten, kleine Säugetiere und Vögel. Im Laufe der Zeit wird sich durch anfliegende Samen die Hecke begrünen und dadurch auch zur Nahrungsquelle für Lebewesen werden.